Entwicklungsphasen des Hundes

Hunde durchlaufen – wie wir Menschen auch – verschiedene Entwicklungsphasen, die ich hier ein wenig erläutern möchte.

7. und 8. Woche – PRÄGEPHASE Der Welpe lernt Grundlagen des Zusammenlebens im Rudel. Er darf nun nicht mehr respektlos mit älteren Rudelmitgliedern umgehen. Ebenso wird die Beißhemmung gelernt.

8.-12. Woche – SOZIALISIERUNGSPHASE Der Welpe kommt in seine neue Familie. Er ist verunsichert und muss erst Vertrauen aufbauen. Die Erziehung muss vom 1. Tag an erfolgen.

12.-18. Woche – UMWELTSOZIALISATION In dieser Zeit möchte der Welpe so viel wie möglich von der Welt entdecken. Nun ist es wichtig, dass man den jungen Hund nicht in Watte packt. Er soll in Ruhe viele Neuentdeckungen und positive Erfahrungen machen können. Das gibt Sicherheit und Selbstvertrauen.

In der 13.-16. Woche befindet sich der Hund in der RANGORDNUNGSPHASE. Ein Junghund muss mit anderen Hunden Erfahrungen sammeln. Zum Beispiel wie man beschwichtigt und sich unterwirft. Ein Welpe sollte einen erwachsenen Hund in demütiger Haltung begrüßen: Spielaufforderung machen, Pfote heben oder die Schnauze des erwachsenen Hundes lecken. Es gibt KEINEN Welpenschutz, aber die meisten Hunde sind Welpen gegenüber freundlich. Hündinnen sind meist strenger mit den kleinen Rackern als Rüden.

Ab dem 5. Monat beginnt die RUDELORDNUNGSPHASE. Der Hund wird jetzt selbstständiger und kann lernen, länger alleine zu bleiben. Es kann sein, dass er zu fremdeln beginnt. Der Junghund ist besonders sensibel und reagiert auf jedes negative Ereignis, woraus eventuell später Ängste und Phobien resultieren können.

Ab dem 6. Monat beginnt die JUGENDPHASE – auch als FLEGELALTER bekannt, die bis zum 24. Monat dauert. Der Junghund testet nun Grenzen aus. So anstrengend das auch für uns sein mag, für den Hund ist das wichtig, damit er Selbstkontrolle entwickeln kann. Jetzt ist souveräne und konsequente Erziehung besonders wichtig, sonnst übernimmt der Hund notgedrungen die Führungsrolle (ca. ab dem 18. Monat). Zwischen dem 6. und 12. Monat findet der Zahnwechsel statt – Vorsicht bei Zerrspielen

Zwischen dem 7. und 15. Monat beginnt die PUBERTÄT. In dieser Zeit sind Dominanzverhalten mit gesteigerter Aggressivität (meist Rüden) genauso möglich, wie Angst vor Dingen, die bisher kein Problem darstellten. Während dieser Phase sind nur Hundekontakte mit älteren, souveränen Hunden ratsam, denn gleichaltrige pubertierende Rügen neigen zu Kämpfen. Auch beim Besitzer wird der Hund die Rangordnung in Frage stellen – ruhig, aber konsequent bleiben!

Die GESCHLECHTSREIFE tritt zwischen dem 10. und 18. Monat ein. Jetzt kommt sich so mancher Rüde sehr stark vor, scharrt nach dem Markieren und benimmt sich gerne etwas rüpelhaft. Die Hündin wird zum ersten Mal läufig. Dann kann sie sehr ruhig, anhänglich und schmusebedürftig werden. Sie braucht jetzt viel Bewegung und Ablenkung. Die Läufigkeit dauert 2-4 Wochen.

Die 2. PUBERTÄRE PHASE beginnt mit dem 18.-24. Monat. Nun hat der Hund seine endgültige Größe erreicht und das Knochenwachstum ist abgeschlossen. Dies ist allerdings abhängig von Größe und Rasse des Hundes.

GROSSE RASSEN sind ab 2-4 Jahren erwachsen

MITTLERE RASSEN sind ab 18 Monaten richtig erwachsen

KLEINERE RASSEN sind ab 9-12 Monaten richtig erwachsen

Ab dem 24. Monat beginnen die GOLDENEN JAHRE. Der Hund zeigt ernsthaftes territoriales Verhalten indem er Fremde anbellt, die seinem Territorium zu nahe kommen. Dies muss in zulässige Bahnen gelenkt werden. Der Mensch muss auf seine Führungsrolle achten, immer darauf bedacht sein das Beste für seinen Hund zu tun und er sollte vorallem dankbar die Zeit mit seinem treuen Gefährten genießen.

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